Lohnen sich Saisonkennzeichen fürs Wohnmobil?

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Wohnmobil-Urlaub ist in Corona-Zeiten so beliebt wie noch nie. Viele haben sich in den vergangenen Monaten ihr erstes mobiles Zuhause gekauft oder bestellt. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie bei der Zulassung Ihres Wohnmobils sparen können.

Wenn Sie nicht zu den ganz harten Wintercampern gehören, dann beginnt die Wohnmobil-Saison für Sie im Frühling. Im März und April ist es im Süden schon schön mild, im Sommer ist vielleicht eine längere Tour geplant, aber nach einem letzten Kurzurlaub im Herbst stehen Wohnmobil und Wohnwagen dann für mehrere Monate in der Garage. Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge zahlen Sie aber trotzdem – es sei denn, Sie entscheiden sich für ein Saisonkennzeichen.

Was sich für Motorradfahrer und Oldtimer-Sammler bewährt hat, bietet auch für Wohnmobil-Besitzer einige Vorteile. So profitieren Sie vom Saisonkennzeichen:

  • Ihr Wohnmobil oder Wohnwagen ist für den ausgewählten Zeitraum (zwei bis elf Monate) automatisch jedes Jahr angemeldet und für die Monate dazwischen abgemeldet. Sie müssen dafür nicht zur Zulassungsstelle.
  • Außerhalb der Saison sparen Sie sich die Kfz-Steuer.
  • Versicherungsbeiträge entfallen, wenn das Fahrzeug abgemeldet ist. Wie groß das Einsparpotenzial hier ist, hängt vom jeweiligen Tarif ab – und natürlich davon, für wie viele Monate sie das Wohnmobil abmelden.

Für wen lohnt sich das Saisonkennzeichen nicht?

Natürlich hat auch die ganzjährige Zulassung Vorteile. Auch das sollten Sie bedenken, bevor Sie sich entscheiden:

  • Sie möchten völlig flexibel sein und zum Beispiel auch schon im Februar in den Kurzurlaub starten, wenn das Wetter passt? Dann haben Sie mit Saisonkennzeichen unter Umständen ein Problem. Außerhalb der Saison gilt das Wohnmobil als abgemeldet. Es darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen und auch nicht auf öffentlichen Stellplätzen geparkt werden.
  • Sie entscheiden jedes Jahr neu über Ihren Urlaubszeitraum? Wenn Sie die Saisonauswahl ändern möchten, brauchen Sie auch wieder neue Saison-Kennzeichen und müssen alle damit verbundenen Kosten und Gebühren zahlen.
  • Als Wohnwagen-Besitzer sparen Sie mit einem Saisonkennzeichen unter Umständen nur wenig Geld. Hier sollten Sie genau nachrechnen, ob es sich lohnt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie nur einmal im Jahr mit dem Wohnwagen auf Reisen gehen möchten und ihn ansonsten als Dauercamper auf einem festen Platz stehen haben.

Wohnmbil mit Saisonkennzeichen – worauf müssen Sie achten?

Beim Saisonkennzeichen gibt es keine halben Sachen. Ihr Fahrzeug ist einen Teil des Jahres an- und den restlichen Teil abgemeldet. Darauf sollten Sie deshalb besonders achten:

  • Fahren Sie das Wohnmobil oder den Wohnwagen nie außerhalb der Saison – auch nicht in die Werkstatt oder zum TÜV. Der Zulassungszeitraum ist auf Ihrem Nummernschild deutlich zu sehen. Wenn Sie außerhalb dieses Zeitraums am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen (auch wenn es nur einen Tag vor oder nach Beginn der Frist ist), drohen Ihnen Bußgelder und Punkte in Flensburg. Bei einem Unfall müssen Sie selbst zahlen, da die Versicherung die Kosten nicht übernimmt.
  • Wenn der Termin für die nächste Hauptuntersuchung in einen Monat fällt, in dem Ihr Fahrzeug nicht zugelassen ist, müssen Sie die Prüfstelle nicht sofort aufsuchen, sondern erst im ersten Monat des Betriebszeitraums. Solange Sie den Saisonzeitraum nicht ändern, tritt dieses Problem dann nicht wieder auf. Wohnmbile mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen müssen übrigens wie Pkw zum ersten Mal nach drei Jahren und dann alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung.
  • Für die Zeit, in der das Wohnmbil bzw. der Wohnwagen abgemeldet ist, brauchen Sie einen privaten Stellplatz. Auf öffentlichen Parkplätzen darf das Fahrzeug dann nicht stehen und kann kostenpflichtig abgeschleppt werden.